Trainieren, Essen, Schlafen… so die Devise hier auf dem Sognefjell. Mitten im Sommer profitieren wir hier von hervorragenden Trainingsbedingungen auf Schnee. Jeweils satte Langlaufeinheiten am Morgen, ergänzt mit Schnelligkeits-, Kraft- oder Rollskieinheiten am Nachmittag füllen bei uns die Tage. Ich nutze die Zeit hier auch für einige Materialtests und feilte schon ab der ersten Langlaufeinheit an der Technik. Morgen Freitag geht es wieder nach Hause – mit wertvollen Trainings in den Beinen.
Vier verschiedene Laufbandtests mit Rollskiern habe ich in der letzten Woche absolviert. Ich ging hart an meine Grenzen und darüber. Die Ausgangslage für diese Saison ist somit klar. Jetzt gilt es, noch optimaler zu trainieren, um das Niveau bis zum Winter höher anzuheben als die Konkurrenz.
Willkommen in der neuen WM-Saison! Das Training ist bei mir wieder voll im Gange! Wir sind bereits in der dritten offiziellen Trainingswoche angelangt. Leistungstests stehen auf dem Programm, nach denen wir schliesslich das Sommertraining präzis gestalten können. Mit dem neuen Trainer Robert Treitinger und der Sportwissenschaft legen wir hier also mal den Grundstein für das viele Training Richtung Oslo 2011.
Bis bald wieder!
Euer Ronny
Ein echtes Designerstück, die neue Schanze am Holmenkollen. Optisch, wie auch vom Charakter her hat sich an der Anlage einiges geändert. Die Infrastruktur top modern; ein Sessellift und Kabinenaufzug im Anlaufturm und ein eleganter, ästhetisch geformter Windschutz als Seitenwände sind die grössten Veränderungen. Vom Profil her ist der Anlauf nicht mehr ein einziger, langgezogener Radius, sondern ist oben etwas weniger steil, gerader und wölbt sich zum Schluss harmonisch zur Tischkante. Die Flugkurve ist in der ersten Flugphase etwas flacher – lässt den Springer danach jedoch exquisit wegsteigen – bei guten Sprüngen selbstverständlich.
Tatsächlich steht schon der letzte Wettkampf vor der Tür! Da wir nur zu dritt nach Oslo gereist sind, werden wir Schweizer am morgigen Teambewerb nicht teilnehmen können. Das heisst, volle Konzentration auf den abschliessenden Einzelwettkampf am Sonntag, um diese Saison 2009/2010 noch würdig abzuschliessen.
Grüsse aus Oslo – Ronny
Nach einem zweieinhalbwöchigen Abenteuer Olympia bin ich am letzten Sonntag in die Heimat zurückgekehrt. Für mich war es eine tolle und intensive Zeit mit zahlreichen Erlebnissen an und neben dem Wettkampfgelände. Es braucht wohl noch etwas Zeit, um all die Eindrücke zu ordnen und auch meine Leistungen richtig einschätzen zu können. Die Verhältnisse waren an allen drei Bewerben sehr schwierig und ich konnte das nötige Quäntchen Wettkampfglück zum Teil nicht ganz an meine Seite ziehen. Doch wie heisst es so schön… “Glück ist, wenn Zufall auf Bereitschaft trifft!”. Wahrscheinlich war ich und mein Team für mehr als einen guten 11. Rang einfach noch nicht bereit.
Ein Exploit ist also ausgeblieben und auch ein Diplom durfte ich nicht nach Hause nehmen – dafür aber viele Erinnerungen und eine neue schwarze sexy Beaver Creek Travel Acoustic Gitarre.
Mittlerweile bin ich schon wieder in Lahti FIN gelandet, habe ein Training absolviert um die Beine zu lockern und hab den obligatorischen alljährlichen Einkaufsbummel im Jack&Jones hinter mir. Die nächsten Weltcups starten übermorgen – werde bereit sein.
Liebe Grüsse aus Lahti
Ronny
Immer noch mitten drin an den Olympischen Spielen stehe ich vor dem letzten Wettkampf, dem Einzelbewerb auf der Grossschanze.
Unser nicht ganz erfreuliches Abschneiden beim Teamwettkampf habe ich heute Abend bei lockerem Spinning im Fitnesscenter des Athletendorfs verarbeitet und abgehakt. Gerade ich muss da einen grossen Teil der Verantwortung auf mich nehmen. Trotz gewohnter und sehr guter Vorbereitung kam ich heute nicht richtig in die Gänge. Mein Sprung zu wenig gesprungen und weit weg von meiner Trainingsleistung. Ich war in der Vergangenheit meistens eine gute Stütze in Teamwettkämpfen – heute habe ich gepatzt, was nicht ein schönes Gefühl ist. Auch in der Loipe konnte ich als Schlussmann keinen Platz mehr gut machen und lief hinter den Diplomrängen auf dem 9. Rang ins Ziel.
Aber wie gesagt – abgehakt! Ich stehe zu meiner Niederlage und schaue nach vorne. Bislang ist ja alles sogar ganz gut gelaufen. Der 11. Rang im ersten Einzelbewerb war ein Erfolg für mich. Klar, habe ein Olympiadiplom um 8 Sekunden verpasst – trotzdem war meine Leistung an der Schanze und in der Loipe etwas vom Besten der ganzen Saison. Ich war im richtigen Moment voll da. Solch bewegende Emotionen wie unmittelbar nach diesem Wettkampf habe ich wirklich noch nie erlebt. Auf der einen Seite voller Freude und auch etwas Stolz, einen guten Wettkampf gezeigt zu haben, auf der anderen Seite zutiefst enttäuscht, ein Diplom so knapp verpasst zu haben.
Ich weiss, ich kann am Donnerstag nochmals einen guten Wettkampf zeigen – und bin heiss drauf!
Bis bald! Have a good day!
Ronny
Dank einem Direktflug von Zürich nach Vancouver sind wir angenehm und zügig gereist. Am Montagabend angekommen, darf ich nun im Olympiadorf in Whistler weilen. Zusammen mit den Biathleten besetzen wir ein Haus der Winterzweikämpfer. Ich habe mich schon gut eingelebt und akklimatisiert – das Abenteuer Olympia Vancouver 2010 darf beginnen.
Noch fühle ich mich sehr ruhig. Ich konnte die ersten Trainings hier ziemlich entspannt absolvieren. Das gestrige erste Sprungtraining verlief für mich erfreulich. Ich wollte den Schwung aus den letzten Weltcups und der Olympiavorbereitung in Oberstdorf mitnehmen und gleich von Beginn an die Sprünge laufen lassen. Ich konnte die Sprünge als Genuss wahrnehmen und ihnen eine gute Dynamik mitgeben – ein positiver Auftakt an der Schanze!
Übermorgen geht’s also los. Der eine Moment wird kommen, in dem ich loslegen darf. Der Moment wird kurz sein, verglichen mit der ganzen Vorbereitung darauf. Der Moment wird intensiv sein, eine sehr grosse Herausforderung. Nach zwei Olympischen Spielen weiss ich, was da auf mich zukommt, und ich bin gut vorbereitet. Ich freue mich darauf und spätestens morgen Abend wird das grosse Kribbeln im Bauch beginnen.
Grüsse aus dem Olympic Village Whistler
Ronny
Wir drei Kombinierer Tino Edelmann, Berni Gruber und ich durften in Seefeld zum ersten Mal als “The Telemarkers” vor kleinem Publikum und ARD mit unserem Song “Für den einen Moment” auftreten. Hat schon ziemlich Spass gemacht, da vor der Schanzenkulisse zu rocken. Hier ein Link, wo das zu sehen ist. Auch gibts unser Lied seit dem 18. Januar auf allen gängigen Musikplattformen zum Download, wie z.B. hier auf iTunes.
Liebe Grüsse und Rock’n'Roll!
Ronny
In unserer schon allmählich zweiten Heimat Oberstdorf holen wir uns den letzten Schliff für die Olympischen Spiele. Hier haben wir ein perfektes Umfeld, um auf der Schanze in Ruhe unsere neuen Olympia-Sprunganzüge zu testen, feine Materialabstimmungen vorzunehmen und nochmals Vertrauen zu tanken. Sehr wichtig ist mir jetzt, neben den knackigen Trainings bei jeder Gelegenheit die Batterien aufzuladen, um Energiegeladen und frisch am nächsten Montag nach Vancouver zu reisen.
Die letzten Wochen waren sehr intensiv; viele Weltcups habe ich bestritten, um Wettkampf für Wettkampf besser in Form zu kommen. Mit der Entwicklung bin ich zufrieden, mein Plan funktioniert soweit gut. Meine Sprünge kommen jetzt mit sehr viel mehr Überzeugung als noch zu Saisonbeginn. Im Laufen brauchte ich die vielen Rennen und Trainings im Januar, um die nötige Substanz zu gewinnen, um dann in Vancouver spritzig zu sein.
Ich freue mich auf das bevorstehende Abenteuer, auf die drei olympischen Wettkämpfe, an denen ich mein bestes geben darf! Geil finde ich, das ich mit Seppi Hurschler momentan einen richtig starken Teamkollegen zur Seite habe, Tim Hug ein konstantes Niveau zeigt und Tommy Schmid rechtzeitig wieder das Fliegen gelernt hat!
Bonsoir aus Chaux-Neuve. Gerne melde ich mich wieder mal bei Euch. Wir sind dieses Wochenende im französischen Jura zu Gast – unweit der Schweizer Grenze. Fast ein Heimspiel also, an dem ich jetzt langsam aber sicher meine Olympiaselektion mit mindestens einem Top 20 Resultat sichern möchte.
Die letzte Zeit war sehr intensiv für mich. Ich erlebte emotional im Wettkampf wie im Training Berg- und Talfahrten. Doch das wichtigste ist, ich konnte immer gut weiterarbeiten, hab mir Zeit genommen, um zwischen den Weltcupwochenenden in Oberstdorf an meiner Sprungtechnik zu feilen. Die Dichte an der Weltspitze ist sehr eng aufeinandergerückt. Auch wenn ich bisher meist Mittelfeld-Athlet war – eine Lücke nach vorne ist zwar noch da, sie ist jedoch kleiner als im letzten Jahr!
Bis bald – Ronny

